15 Jahre Schtifti Foundation: das Gespräch mit Kathrin und Roger

Die Schtifti feierte am 21. Mai ihren 15 Geburtstag. Wie’s dazu kam und was die Schtifti weiterhin bewegt, erzählen Kathrin Steiger und Roger Grolimund im Interview.

Roger erzähl mal, was passierte genau am 21. Mai 2003?

An diesem Tag bin ich nach Bülach gefahren und konnte die Stiftung offiziell im Notariat gründen. Was für Ernesto und mich ein riesiges Highlight war. Endlich konnten wir die Idee, die wir bereits lange mit uns herumgetragen hatten und die immer konkreter wurde, auf eine solide rechtliche Basis stellen. Das brachte uns ganz neue Möglichkeiten. Denn bis dahin hiess es immer: „Kommt wieder, wenn ihr eine offizielle Stiftung seid.“

Mit dem 15-jährigen Jubiläum gibt es grosse Neuigkeiten: Du machst dich selbstständig und konzentrierst dich auf den Aufbau von GORILLA Deutschland. Was hat dich zu diesem Schritt bewogen?

Ich überlegte mir schon längere Zeit, was nach 15 Jahren Schtifti Foundation kommt. Was kickt mich noch? Wer mich ein bisschen kennt, weiss, dass mich vor allem der Aufbau von Neuem reizt. In der Schweiz sind wir sehr gut aufgestellt. Seit vier Jahren helfe ich mit, GORILLA in Deutschland aufzubauen und die vom Stiftungsrat beschlossene DACH-Strategie aufzugleisen. In Deutschland gibt es seit zwei Jahren ein Präventionsgesetz, welches Krankenkassen verpflichtet einen Teil ihres Geldes in die Prävention zu stecken. Da sehen wir grosses Potenzial. Deshalb macht dieser Schritt sehr viel Sinn. Nichtsdestotrotz werde ich dem Schweizer Team weiterhin sehr verbunden sein und in gewisse Projekte und Partnerschaften involviert sein.

Ich habe mich unter dem Namen „ROGO & FRIENDS“ selbstständig gemacht. So möchte ich die langjährige Erfahrung und mein Knowhow an andere soziale Initiativen weitergeben und denen helfen, die grosse Visionen haben aber noch den nötigen Turbo brauchen. Bereits in der Anfangszeit der Schtifti konnten wir auf die Unterstützung verschiedener Stellen zählen und so möchte ich mit diesem Schritt auch etwas zurückgeben.

Kathrin, du bist nun seit April 2018 alleinige Geschäftsführerin. Was bedeutet Rogers Schritt für die Schtifti Foundation?

Es ist ein grosser Schritt, die Schtifti verliert sozusagen einen ihrer Urväter. Roger hat mit seinem unermüdlichen Engagement, seiner Hartnäckigkeit und seinem Gespür für die richtigen Themen sehr viel zum Erfolg der Schtifti beigetragen. Er hinterlässt eine grosse Lücke. Aber die Schtifti ist gut gerüstet, denn wir stecken nicht mehr in den Kinderschuhen. Wir sind eine etablierte Stiftung, die schweizweit bei Behörden, Schulen und Partnern einen guten Ruf geniesst. Wir können auf ein geniales Team zählen und so ein Wechsel birgt auch Chancen.

Wie sieht die neue Führungsstruktur aus?

Neu stellen wir uns wie folgt auf: Schtifti Urgestein Noemi Reichel, ist zuständig für den Bereich Angebote und bleibt wie bis anhin in der erweiterten Geschäftsleitung. Diese ergänzen wir durch Tobias Schoen, der sich um den Bereich Marketing kümmert. Ausserdem können wir auf ein grosses Netzwerk zurückgreifen und haben einen Stiftungsrat, der uns tatkräftig unterstützt. Mitgründer Ernesto ist auch weiterhin Stiftungsratspräsident.

15 Jahre Schtifti Foundation. Was bedeutet dir dieses Jubiläum Roger?

Grundsätzlich bin ich einfach mega stolz und dankbar für alles, was wir erreicht haben. Stolz, auf all die Menschen, die bei der Schtifti gearbeitet haben und noch arbeiten. Aber auch dankbar um all die Partner, die über Jahre an uns geglaubt haben. So hatten wir die Möglichkeit, in den 15 Jahren mit Workshops mehr als 70’000 Kinder zu erreichen und zu einem der grössten Gesundheitsförderungsprogramme der Schweiz zu wachsen. Sogar Vertreter aus Abu Dhabi haben bei uns angeklopft. Zudem konnten wir zahlreiche nationale und internationale Preise gewinnen. Mir persönlich bedeutet das sehr viel. Wir begannen mit einer kleinen Idee und es hiess immer „ja, aber“ und vielfach auch „ihr seid ja verrückt“. Doch wir liessen uns nicht beirren. Und zu guter Letzt bin ich dankbar, dass wir über die Jahre nie den Fokus verloren haben, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu bewegen und der ursprünglichen Vision und Philosophie treu geblieben sind.

Nun sind die nächsten 15 Jahre angebrochen. Auf was freust du dich Kathrin?

Einerseits freue ich mich auf die neue Konstellation, bei der man bereits merkt, dass neue Kräfte freigesetzt werden. Aber auch kurz inne zu halten und sich zu fragen, wo die Schwerpunkte zukünftig liegen sollen, reizt mich. Das GORILLA Schulprogramm, das aus dem Gesundheitsförderungsprogramm GORILLA auch ein Bildungsprogramm gemacht hat, wird eine hohe Priorität geniessen. Ein Programm wie GORILLA, das derart breit gefächert und sowohl an Schulen als auch in der Freizeit verankert ist, ist einzigartig. GORILLA werden wir mit viel Engagement weiterentwickeln. Mit dem Ziel, möglichst viele Kinder und Jugendliche für die Themen Bewegung, Ernährung und nachhaltigen Konsum zu begeistern.

Was macht denn die Schtifti Foundation aus?

Gute Frage (kurze Denkpause). Zwei Punkte möchte ich herausstreichen:

Jede Person, die bei uns ins Büro tritt, sagt: „Hier herrscht so ein guter Groove und das sind so viele positive Energien!“. Ich bin der Meinung, dass genau das die Schtifti ausmacht: Tolle Persönlichkeiten, die mit unglaublichem Engagement etwas bewegen möchten. Das wird bei Instruktoren, Botschaftern und Mitarbeitenden der Geschäftsstelle voll gelebt.

Ausserdem hat die Schtifti durch und durch die Freestyle-DNA, ist ein bisschen „edgy“ und stürzt sich regelmässig in neue Abenteuer. Gleichzeitig agieren wir hoch professionell. So arbeiten wir momentan daran, soziales Unternehmertum nicht nur als Buzz-Wort zu verstehen, sondern als gesamtes Team in unser Selbstverständnis aufzunehmen.

Roger, was wünscht du der Schtifti Foundation für die Zukunft?

Dass es weiterhin Menschen gibt, egal in welcher Position und mit welchen Möglichkeiten, die an die Schtifti glauben. Die erkennen, was ihr vorhabt und euch auf diesem Weg begleiten und unterstützen.

Kommentare sind geschlossen.